EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Paderborn von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Die Cöln-Minden-Thüringer Eisenbahn-Gesellschaft begann 1848 mit dem Bau ihrer Strecke von Hamm über Soest nach Paderborn. Sie musste jedoch wegen Geldmangels die Bauarbeiten einstellen. Die preußische Königlich-Westfälische Eisenbahn-Gesellschaft (KWE) übernahm die Gesellschaft im selben Jahr und setzte die Bauarbeiten fort, bis sie am 4. Oktober 1850 eröffnet werden konnte. Paderborn war zunächst Endstation der Strecke.

Das Empfangsgebäude Paderborn

Der in großzügigen Abmessungen errichtete mehrgliedrige Klinkerbau mit Flachdach in Seitenlage wurde nach Plänen des Baurats Henz, im Stil des romantischen Spätklassizismus 1850 errichtet. Es war ein typisches, dreigliedriges Gebäude für klein- und mittelstädtische Bahnhofsbauten mit zweistöckigem, traufenständigen Verbindungsbau, der durch quergestellte, dreistöckige Seitenflügel abgeschlossen wurde. Das Gebäude besaß auf allen Stockwerken Rundbogenfenster und Türen, die zum Teil durch gereihte Fenster mit einem Rahmen zusammengefasst waren. Ein Gurtgesims (ein Gesims an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt), trennte optisch das Erdgeschoss von den Obergeschossen. Ein Dachgesims schloss das Bauwerk ab. Die Gebäudekanten besaßen Ecklisenen (leicht hervortretende Eckverstärkung). Die einstöckigen Anbauten verfügten über eine Balustrade (oberer Abschluss der Außenwand über dem Dachrand). Über eine mehrstufige Eingangstreppe erreichte der Fahrgast das Vestibül (repräsentative Eingangshalle), in dem sich links das Dienstzimmer für den Portier und rechts der Billett-Verkauf befand. Gegenüber gab es einen Wartesaal für die erste und zweite Wagenklasse mit Buffet und Ausgang zum Hausbahnsteig sowie eine Gepäck- Expedition. Rechts daneben befand sich der Wartesaal für die dritte und vierte Wagenklasse. In den Seitenflügeln zur Ortsseite hin gab es einen Raum für den Restaurateur (Bahnhofswirt) sowie zwei Schaffner- und ein Damen- Zimmer. An beiden Gebäudeenden war ein separater Freiabort mit umfriedeten Höfen entstanden. Die großzügige Planung ist einer der Gründe, warum der Bahnhof den Anforderungen des Verkehrs bis zum Zweiten Weltkrieg genügte. Westlich des Stationsgebäudes befand sich der Güterbahnhof mit Ablaufberg und Güterabfertigung mit Ladestraße. Gegenüber befand sich das Bahnbetriebswerk mit Ringlokschuppen und Drehscheibe. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse I. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Erst mit dem Weiterbau der Bahnstrecke nach Warburg, die am 22. Juli 1853 in Betrieb ging, wurde Paderborn an das Eisenbahnnetz angeschlossen. 1894 wurde aufgrund der Einrichtung von Bahnsteigsperren das Stationsgebäude durch jeweils einen einstöckigen Anbau mit Balustrade (oberer Abschluss der Außenwand über dem Dachrand) an beiden Gebäudeenden erweitert. Der Verbindungsbau erhielt einen einstöckigen Vorbau. Das erste Teilstück der „Almetalbahn“ nach Büren (Westf) ging am 20. Oktober 1898 in Betrieb. Die Gesamtstrecke nach Brilon Stadt wurde am 1. April 1901 eröffnet. Die „Sennebahn“ nach Brackwede wurde am 1. Juli 1902 eröffnet. Dafür wurden zwei neue Bahnsteige mit Personentunnel zur Bahnsteighalle und neue Gepäck- und Posttunnel fertiggestellt. Die Bahnsteige wurden verlängert und erhielten Aborte sowie einen Kiosk. Am 27. März 1945 wurde der Bahnhof durch Bombenabwürfe schwer beschädigt. Vom Stationsgebäude blieben nur noch die Grundmauern übrig, das Bahnbetriebswerk wurde zu über 50 % zerstört. Im Herbst 1951 begann der Wiederaufbau. Das zweite Empfangsgebäude Das neue Stationsgebäude lag mittig über dem Personentunnel und wurde 1953 in Betrieb genommen. Es besaß eine hohe, verglaste Schalterhalle mit typisch abgerundetem Vordach und beidseitig einstöckigen Anbauten mit Flachdach. Im östlichen Anbau war die Bahnhofsgaststätte im Westlichen Diensträume entstanden. In der Schalterhalle gab es Fahrkarten- und Gepäckschalter, einen Kiosk sowie Zugänge zur Bahnhofsgaststätte und zum Warteraum. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Im Dezember 1970 wurde die elektrische Oberleitung im Bahnhof installiert. 1975 baute die Deutsche Bundesbahn (DB) ein neues Stellwerksgebäude. Die alten Stellwerke wurden abgerissen. 1981 legte die DB die „Almetalbahn“ bis nach Brilon Stadt still. Am 31. Januar 1983 schloss die DB das Bahnbetriebswerk. Schon 2010/11 gab es Pläne zum Neubau eines Stationsgebäudes, die sich jedoch hinauszögerten. Das im Zweiten Weltkrieg zum größten Teil zerstörte Empfangsgebäude wurde auf den Grundmauern von 1948 teilweise wieder aufgebaut und 1953 eröffnet. Die verglaste Schalterhalle wurde in dem für die 1950/60 er Jahre typischen Baustil erbaut. Flankiert wird die Schalterhalle durch den eingeschossigen Gaststättenanbau und durch den zweistöckigen Bürotrakt. Was hat sich verändert, was ist geblieben Am 21. Oktober 2021 begannen die Abrissarbeiten des Stationsgebäudes von 1953.
Die Eisenbahn “kam” am 1. Oktober 1850 nach Paderborn. Also 15 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Paderborn hatte zu diesem Zeitpunkt 9.249 Einwohner (Ende 2020 waren es 151.864 Einwohner).
Sennebahn Paderborn Hbf Bielefeld Hbf
Bilder Paderborn
Bahnhof von 1850
Luftaufnahme
Bahnhof 1953
Bahnhof von 1850 Bahnhof 1953 Hannover - Soest - Hamm Hannover Hbf Hamm (Westf) Hbf Planung und Konzession

Hauptbahnhof Paderborn