EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Osterburken von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Die 53,48 Kilometer lange Bahnstrecke von Neckarelz nach Osterburken wurde von den Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen (BadStB) am 25. August 1866 in Betrieb genommen. Osterburken wurde als Grenzbahnhof und Wechselstation zwischen den Ländern Baden und Württemberg am 27. September 1869 mit einem eigenen württembergischen Bahnhofsteil eröffnet. Der Bahnhof verfügte über eine Lokomotivremise und einen gemeinschaftlich genutzten Güterschuppen. Durch den „Deutschen Krieg“ vom 14. Juni bis zum 23. August 1866 verzögerte sich der Weiterbau der Strecke um drei Jahre.

Das Empfangsgebäude Osterburken

Das symmetrische, im Stil des Klassizismus hergestellte Stationsgebäude in Seitenlage wurde 1866 in Betrieb genommen. Es war baugleich mit dem Bahngebäude in Lauda, besaß jedoch andere Schmuckelemente. Das mehrgliedrige Gebäude besaß zwei Kopfbauten, die von einem traufenständigen, einstöckigen Gebäudeteil mit Satteldach verbunden waren. In der Mitte des Verbindungsbaus befand sich an der Orts- und Gleisseite ein Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt) mit Eingangsportal, deren Eingangshallen an Orts- und Gleisseite drei gekuppelte Portalbögen (breite Öffnung durch Stützen unterteilt) mit Portalsäulen besaßen. In den Giebeln war ein Radfenster (rundes Fenster) sowie zwei blinde Radfenster als Blickfang verbaut worden. Die beiden zweistöckiger Eckbauten verfügten über ein Mezzanin (Halb- oder Zwischengeschoss) mit flachem Walmdach. Das Erdgeschoss besaß hohe Rundbogenfenster und Türen, die Eckbauten im Obergeschoss hatten Rechteckfenster. Gurtgesimse (ein Gesims an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt) gliederten die Stockwerke. Als badischer Grenzbahnhof besaß er eine umfangreiche Gleisanlage mit Gebäuden für die Zollabwicklung sowie einen Güterbahnhof. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 27. Dezember 1869 wurde der 38,01 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Bad Friedrichshall- Jagstfeld und Osterburken eröffnet. 1870 errichtete die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen (K.W.St.E.) ihr Stationsgebäude gegenüber dem badischen Empfangsgebäude dessen Eingangstür das Staatswappen trug. Am 28. März 1873 wurde ein zweites Streckengleis zwischen Osterburken und Königshofen verlegt. Am 29. April 1906 verlegte die BadStB das zweite Streckengleis zwischen Neckarelz und Osterburken. Dabei entstand wahrscheinlich auch Personentunnel zu den Inselbahnsteigen. Am 25. Mai 1973 wurde der Bahnhof an das elektrische Streckennetz angeschlossen. Am 1. Juni 1975 wurde die Installation der elektrischen Oberleitung zwischen Osterburken und Lauda sowie zwischen Neckarelz und Osterburken abgeschlossen. Das württembergische Stationsgebäude war 1990 noch vorhanden. Am 14. Dezember 2003 begann der S-Bahn-Betrieb. Dafür wurden die Bahnsteige erneuert. Im September 2014 ersteigerte die Stadt Osterburken das sanierungsbedürftige Stationsgebäude. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude ist im Wesentlichen in seinem Ursprungszustand erhalten.
Bilder Osterburken
Luftaufnahme
Die Eisenbahn “kam” am 1. November 1866 nach Osterburken. Also 31 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Osterburken hatte zu diesem Zeitpunkt sehr wenig Einwohner (Ende 2020 waren es 6.549 Einwohner).
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Bahnstation Osterburken