EINE DOKUMENTATION
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Quakenbrück
Planung und Konzession Um die südlichste Stadt im Großherzogtum Oldenburg gab es bereits 1850 Überlegungen, Quakenbrück an das Eisenbahnnetz anzuschließen. Diese Pläne wurden 1868 durch den Bau einer Strecke durch die Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft von Osnabrück nach Hamburg aufgegeben. Daraufhin beschloss der oldenburgische Landtag 1870 den Bau der „Oldenburgischen Südbahn“ nach Quakenbrück.   Am 7. Februar 1871 wurde die Konzession zum Bau und Betrieb der Strecke von Oldenburg (Oldb) nach Quakenbrück durch oldenburgisches Gesetz an die „Oldenburgische Staatseisenbahn“ vergeben (oldenburgisches Gesetzblatt Jahrgang 1871 Band XXII, 2. Stück Seite 3). Durch einen Staatsvertrag zwischen Preußen und Oldenburg vom 17. März 1874 (preußische Gesetzessammlung Jahrgang 1874 Nr. 25 Seite 317) wurde Oldenburg der Bau und Betrieb der Strecke auf preußischem Gebiet gestattet. Die Erteilung einer Konzession zum Bau und Betrieb einer Eisenbahnstrecke von Rheine nach Quakenbrück am 9. Juni 1873 (Amtsblatt der Regierung zu Düsseldorf Jahrgang 1873 Nr. 29 Seite 345 und Amtsblatt der Regierung zu Münster Jahrgang 1873 Nr. 27 Seite 97) erging an die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE). Bau und Eröffnung Die Bauarbeiten begannen bereits im Frühjahr 1873. Das erste Teilstück von 62,67 km Länge von Oldenburg (Oldb.) nach Quakenbrück wurde am 15. Oktober 1875 eröffnet. Das 45,78 km lange Teilstück von Quakenbrück nach Osnabrück-Eversburg eröffnete die „Oldenburgische Staatsbahn“ am 15. November 1876. Am 1. Juli 1879 eröffnete die RhE die 60,75 km lange Nebenbahn von Rheine nach Quakenbrück. Damit war sie zur Konkurrenzstrecke der Eisenbahnverbindung Wanne-Eickel - Hamburg, die von der Köln-Mindener Eisenbahn- Gesellschaft (CME) betrieben wurde, geworden. Am Eröffnungstag gab es noch kein Empfangsgebäude. Fahrkarten konnten in der Gastwirtschaft Gösling gekauft werden. Ende 1875 eröffnete man dann ein lang gestrecktes, einstöckiges Behelfsgebäude. Der Güterschuppen und ein dreiständiger Ringlokschuppen mit Lokstation waren aber schon fertiggestellt worden. 1901 ersetzte die Preußische Staatseisenbahn den alten Lokschuppen durch einen vierständigen Ringlokschuppen mit Drehscheibe. 1904 brannte der Güterschuppen ab, sodass 1905 ein Neubau fertiggestellt wurde. Im selben Jahr begann die Umgestaltung der Gleisanlagen. Am 31. Mai 1904 eröffnete die 55,3 km lange Schmalspurbahn nach Lingen den Betrieb. Erst 1908 begannen die Bauarbeiten zu einem Empfangsgebäude. Der Entwurf stammte vom Architekten Köhler. Am 9. November 1909 war der Rohbau abgeschlossen. Ein 50 Meter langer Personentunnel führte unter den Gleisanlagen hindurch zu den Bahnsteigen. Ein Stellwerksgebäude, ein Wasserturm, eine Viehrampe und ein Übernachtungsgebäude waren ebenfalls fertiggestellt worden. Am 2. Juli 1910 wurde der neue Staatsbahnhof feierlich eröffnet. Zwei weitere Stellwerksgebäude gingen 1911 in Betrieb. Was hat sich verändert, was ist geblieben Bereits am 31. Mai 1952 wurde die Schmalspurbahn und 1969 die Verbindung nach Rheine stillgelegt. Die Gleisanlagen wurden 2006 auf das Wesentliche reduziert. Das unter Denkmalschutz stehende Jugendstilgebäude wurde 2006 verkauft und 2014 vorbildlich restauriert. Es dient heute als Bürogebäude. Zwei von ursprünglich drei Stellwerksgebäuden, sowie die Güterhalle sind noch erhalten geblieben.
Z Bahnhof iel PANORAMA
Bilder Quakenbrück
Provisorium von 1875
Bahnhof von 1910
Provisorium von 1875 Bahnhof von 1910
Luftaufnahme
Die Eisenbahn “kam” am 15. Oktober 1875 nach Quakenbrück. Also 40 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Quakenbrück hatte zu diesem Zeitpunkt 1.755 Einwohner (Ende 2016 waren es 13.090 Einwohner).  
Oldenburg (Oldb) - Osnabrück
Duisburg - Quakenbrück
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