EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Oberhaid von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Am 1. August 1852 wurde die 32,5 Kilometer lange Teilstrecke der „Ludwigs Westbahn“ zwischen Bamberg und Haßfurt von den Bayerischen Staatseisenbahnen (K.Bay.Sts.B.) in Betrieb genommen. An diesem Streckenteil lag auch das ehemalige Pfarrdorf Oberhaid, das seit 1803 zu Bayern gehört. Die Haltestelle war zunächst nur für Personen- und Gepäckverkehr eingerichtet worden.

Das Empfangsgebäude Oberhaid

Das Stationsgebäude war ein zweistöckiger Typenbau auf rechteckigem Grundriss mit Mezzanin (Halb- oder Zwischengeschoss) unter dem Walmdach. Ein kleiner Anbau mit Satteldach ergänzte das Bauwerk. Alle Stockwerke besaßen Rechteckfenster und Türen. Im Obergeschoss hatten die Fenster zusätzlich Schlagläden. Ein Gurtgesims (an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt) trennte optisch die Stockwerke. Im Erdgeschoss befand sich ein Wartesaal mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie Diensträume. Im Obergeschoss waren Wohnungen und Schlafmöglichkeiten für die Bahnwärter entstanden. Der Hausbahnsteig besaß eine Überdachung. Für den Güterverkehr war der Bahnhof nur eingeschränkt nutzbar, da er keine Rampe (OR) besaß. Er gehörte 1938 zur Rangklasse IV. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1907 wurde die Bahnverbindung Bamberg - Haßfurt zweigleisig ausgebaut. Der Bahnhof erhielt einen separaten hölzernen Güterschuppen. Auch der Anbau wurde verlängert. Ladegleise wurden zum Güterschuppen und zur Holzverladung verlegt. Das zweite Empfangsgebäude In den 1960/70er-Jahren baute die Deutsche Bundesbahn (DB) ein neues einstöckiges Stationsgebäude mit Flachdach anstelle des Gebäudes von 1852. Es verfügte über eine kleine Schalterhalle mit Fahrkartenschalter, der später geschlossen und durch einen Fahrkartenautomaten ersetzt wurde. Auf dem Hausbahnsteig entstand ein Spurplan-Drucktasten Stellwerk. Es gab einen befestigten Mittelbahnsteig, der jedoch nur im Beisein des Fahrdienstleiters betreten werden konnte, weil er aus Sicherheitsgründen durch eine Kette abgesperrt wurde. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 2. Oktober 1954 wurde die Installation der Oberleitung zwischen Nürnberg und Würzburg abgeschlossen. Zwischen 1976 und 1999 wurde die Strecke Nürnberg - Würzburg ausgebaut und um ein drittes Streckengleis erweitert. Dabei erhielt der Bahnhof einen weiteren befestigten Mittelbahnsteig. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude aus den 1960/70er-Jahren wird noch genutzt. Der alte Güterschuppen ist ebenfalls vorhanden.
Die Eisenbahn “kam” am 1. August 1852 nach Oberhaid. Also 17 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Oberhaid hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 1.700 Einwohner (Ende 2021 waren es 4.733 Einwohner).
Bilder Oberhaid
Bahnhof von 1852
Luftaufnahme
Bahnhof 1906
Bahnhof von 1852 Bahnhof 1906 Bamberg - Würzburg Bamberg Würzburg Hbf

Bahnstation Oberhaid

Planung und Konzession